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Krankheitsbilder

Hallux valgus ( prominenter Großzehenballen )
Der Hallux valgus ist eine der häufigsten Fehlstellungen am Fuß. Ursache dieser Fehlstellung ist häufig eine familiäre Veranlagung, aber auch das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen und spitzer, schmaler Zehenkappe begünstigen die Entstehung.



Abb.1: Hallux valgus


Chevron-Osteotomie ( Austin-Osteotomie)
Zur Korrektur des leichten Hallux valgus ist  meist schon eine knöcherne Korrektur der Achse des 1. Mittelfußknochens notwendig. Der Hautschnitt liegt an der Fußinnenseite über dem Ballen. Der Knochen wird bei der Chevron-Osteotomie V-förmig durchgesägt und das Mittelfußköpfchen wieder in die korrekte Position verschoben. Der knöcherne Überstand an der Innenseite wird abgetragen. Die Fixierung erfolgt in der Regel mit einer Doppelgewindeschraube aus Titan, diese wird im Knochen versenkt und muß nicht wieder entfernt werden.

Begleitend ist meist auch eine Lösung der verkürzten Haltebänder und Kapselanteile auf der äußeren Gelenkseite erforderlich, bei Verkürzung des Musculus adductor hallucis kann dieser mit gelöst werden.
Dieses Operationsverfahren wenden wir bei leichten Fehlstellungen an.

Nachbehandlung:
  • elastischer Verband für 3-5 Tage
  • Physiotherapie nach 5-7 Tagen
  • Vorfußentlastungsschuh für 6 Wochen
  • Zügelung mittels Bandage für 6 Wochen
  • Tag und Nacht, weitere 6 Wochen zur Nacht
  • Fadenzug nach 12- 14 Tagen
  • eventuell Einlagenversorgung


Abb.4: Lösung der verkürzten Haltebänder


Scarf-Osteotomie

Zur Korrektur des mittelschweren Hallux valgus ist nahezu immer eine knöcherne Korrektur der Achse des 1. Mittelfußknochens notwendig. Der Hautschnitt liegt an der Fußinnenseite über dem Ballen und reicht bis knapp an die Basis des 1. Mittelfußknochens (etwas länger als bei der Chevron-Osteotomie). Der Knochen wird im Vergleich zur Chevron-Osteotomie bei der Scarf-Osteotomie Z-förmig im Schaftbereich ( Diaphyse ) durchgesägt und wieder in die korrekte Position verschoben. Der knöcherne Überstand an der Innenseite wird abgetragen. Die Fixierung erfolgt in der Regel mit zwei Doppelgewindeschrauben aus Titan, diese werden im Knochen versenkt und müssen nicht wieder entfernt werden.
Begleitend ist meist auch eine Lösung der verkürzten Haltebänder und Kapselanteile auf der äußeren Gelenkseite erforderlich, bei Verkürzung des Musculus adductor hallucis kann dieser mit gelöst werden.
Dieses Operationsverfahren wenden wir bei mittelschweren Fehlstellungen an.

Nachbehandlung:
  • elastischer Verband für 3-5 Tage
  • Physiotherapie nach 5-7 Tagen
  • Vorfußentlastungsschuh für 6 Wochen
  • Zügelung mittels Bandage für 6 Wochen Tag und Nacht, weitere 6 Wochen zur Nacht
  • Fadenzug nach 12- 14 Tagen
  • eventuell Einlagenversorgung




Abb.6: Knochenstellung postoperativ

Basisnahe Osteotomie 1. Mittelfußknochen
Zur Korrektur des schweren Hallux valgus ist sind die „verschiebenden“ OP-Verfahren (Chevron- und Scarf-Osteotomie) meist nicht mehr ausreichend. In diesen Fällen ist es möglich, den 1.Mittelfußknochen körpernah zu durchtrennen und mit oder ohne Keilentnahme den körperfernen Teil in die korrekte Position zu verschieben. Der Hautschnitt liegt an der Fußinnenseite über dem Ballen und reicht bis knapp über die Basis des 1. Mittelfußknochens. Die Fixierung erfolgt in der Regel mit einer Spezial-Platte und Schraube aus Titan. Diese können in der Regel nach 9-12 Monaten entfernt werden.
Dieser Eingriff muß manchmal mit einer Chevron-Osteotomie kombiniert werden (Doppel-Osteotomie), um eine vollständige Korrektur zu erreichen. Begleitend ist auch eine Lösung der verkürzten Haltebänder und Kapselanteile auf der äußeren Gelenkseite erforderlich, bei Verkürzung des Musculus adductor hallucis kann dieser mit gelöst werden.
Dieses Operationsverfahren wenden wir bei schweren Fehlstellungen an.

Nachbehandlung:
  • elastischer Verband für 3-5 Tage
  • Physiotherapie nach 5-7 Tagen
  • Spezialschuh für 6 Wochen
  • eventuell Teilbelastung für 2-4 Wochen
  • Zügelung mittels Bandage für 6 Wochen Tag und Nacht, weitere 6 Wochen zur Nacht
  • Fadenzug nach 12- 14 Tagen
  • eventuell Einlagenversorgung


Abb.9-10: Fixierung mit Spezialplatte

Doppel-Osteotomie 1. Mittelfußknochen
Bei schwersten Formen des Hallux valgus ist manchmal eine Kombination der Chevron-Osteotomie und der Basisnahen Osteotomie erforderlich, um eine vollständige Korrektur zu erreichen.
Die Fixierung erfolgt in der Regel mit einer Spezial-Platte und Schraube aus Titan.
Diese können in der Regel nach 9-12 Monaten entfernt werden.
Begleitend ist auch eine Lösung der verkürzten Haltebänder und Kapselanteile auf der äußeren Gelenkseite erforderlich, bei Verkürzung des Musculus adductor hallucis kann dieser mit gelöst werden.

Nachbehandlung:
  • elastischer Verband für 3-5 Tage
  • Physiotherapie nach 5-7 Tagen
  • Spezialschuh für 6 Wochen
  • eventuell Teilbelastung für 2-4 Wochen
  • Zügelung mittels Bandage für 6 Wochen Tag und Nacht, weitere 6 Wochen zur Nacht
  • Fadenzug nach 12- 14 Tagen
  • eventuell Einlagenversorgung




Abb.12-13: Doppel-Osteotomie prä- und postoperativ


Lapidus-Arthrodese
Ist eine Instabilität des Gelenkes zwischen  1.Mittelfußknochen und der Fußwurzel (TMT-1-Gelenk) die Ursache der Fehlstellung oder besteht in diesem Gelenk bereits eine Arthrose (Gelenkverschleiß) kann eine korrigierende Versteifung (Arthrodese) dieses Gelenkes notwendig werden. Der Hautschnitt liegt an der Fußinnenseite über dem Ballen und reicht bis an die Fußwurzel. An den Gelenkflächen wird zur Korrektur der Stellung ein Keil entnommen. Die Fixierung erfolgt in der Regel mit einer Spezial-Platte und Schraube aus Titan. Durch die Positionierung der Platte an der Knochenunterseite stört diese meist nicht und kann in den meisten Fällen belassen werden.
Begleitend ist auch eine Lösung der verkürzten Haltebänder und Kapselanteile auf der äußeren Gelenkseite erforderlich, bei Verkürzung des Musculus adductor hallucis kann dieser mit gelöst werden.

Nachbehandlung:
  • elastischer Verband für 3-5 Tage
  • Physiotherapie nach 5-7 Tagen
  • Spezialschuh für 6 Wochen
  • eventuell Teilbelastung für 2-4 Wochen
  • Zügelung mittels Bandage für 6 Wochen Tag und Nacht, weitere 6 Wochen zur Nacht
  • Fadenzug nach 12- 14 Tagen
  • eventuell Einlagenversorgung



Akin-Osteotomie

Liegt eine isolierte oder zusätzliche Achsabweichung der Großzehe selbst (Hallux valgus interphalangeus)vor, so kann diese  bei Bedarf mit diesem OP-Verfahren korrigiert werden. Dabei wird am Grundglied der Großzehe ein entsprechender Knochenkeil entnommen. Die Großzehe wird geschwenkt und dadurch die Achse korrigiert sowie die Gelenkstellung verbessert.
Die Fixierung erfolgt in der Regel mit einer Doppelgewindeschraube aus Titan, diese wird im Knochen versenkt und muß nicht wieder entfernt werden.
Meist wird dieser Eingriff zusammen mit Umstellungen am 1.Mittelfußknochen vorgenommen (Chevron-, Scarf-, Doppel-Osteotomie). In diesen Fällen richtet sich die Nachbehandlung nach diesem Eingriff.

Nachbehandlung:
  • elastischer Verband für 3-5 Tage
  • Physiotherapie nach 5-7 Tagen
  • Vorfußentlastungsschuh für 6 Wochen
  • Zügelung mittels Bandage für 6 Wochen Tag und Nacht,
    weitere 6 Wochen zur Nacht
  • Fadenzug nach 12- 14 Tagen
  • eventuell Einlagenversorgung




Abb.17: Fixierung mit Doppelgewindeschraube

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